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Warum leben Frauen länger?Warum sind Männer seltener krank?
 

Sport auf Rezept

Sport ist kostengünstig, für jedermann zugänglich und damit eine nahezu ideale Maßnahme zur Gesundheitsförderung und Prävention. Ärzten kommt die Rolle des handlungsleitenden Lotsen und der medizinischen Autorität zu, wenn es darum geht, Patienten zum Sport zu bewegen.
In einer präventivmedizinischen Studie präsentieren wir erstmalig Repräsentativdaten zum Erfolg einer ärztlichen Beratung zu einer sportlichen-aktiven Lebensweise. Damit schließen wir zwei Datenlücken: Erstens zum Ausmaß praktizierter Sportempfehlung in deutschen Arztpraxen und zweitens zum Ausmaß der diesbezüglichen Compliance in der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung und innerhalb einzelner Bevölkerungsgruppen. Datengrundlage war der Bundes-Gesundheitssurvey.
Zu den Ergebnissen: Es gaben aus der Stichprobe von n = 7.124 insgesamt 488 Befragte an, im vergangenen Jahr durch einen Arzt eine Sportberatung erhalten zu haben. Nach unseren Analysen betrug die konsekutive Compliance-Quote 52 %. Dabei folgen Frauen, Personen mit einem gesunden Ernährungsmuster und Nichtraucher ebenso wie Personen mit einer hohen Lebenszufriedenheit und einem niedrigen Somatisierungsscore einer ärztlichen Sportempfehlung signifikant häufiger. Unsere Daten belegen ein Phänomen, welches wir jüngst unter dem Terminus „Preaching to the converted“ beschrieben haben: Demnach sind gerade diejenigen Bevölkerungsgruppen mit einem gesundheitsbewussten Lebensstil und einem demzufolge unterdurchschnittlichen Morbiditätsrisiko gegenüber präventiver Interventionen aufgeschlossener als sozial und gesundheitlich deprivierte Bevölkerungsgruppen.
Nähere Informationen zu dieser Studie sowie die vollständigen Ergebnisse sind unter folgender Quelle nachzulesen:

Tönges S, Weidmann C, Schneider S (2006) Compliance nach ärztlicher Sportempfehlung. Welche Patienten sind beratungsresistent? Präv Gesundheitsf, 1: 108-114

---- Informationen für englischsprachige Besucher: English Summary of the Study: ---

Title: Compliance with medical advice on physical activity
Subtitle: Which patients are resistant to advice?

Abstract:
Background: This study is the first to present representative data on the success of medical advice on physical activity.
Material and methods: 488 respondents out of a net sample population of n=7,124 in the First German National Health Survey said they received medical advice on taking exercise during the past year.
Results: Our studies reveal a consecutive compliance rate of 52%. The data indicates that women, people with a healthy diet, non-smokers, and those with high life satisfaction and low somatization scores are significantly more likely to follow medical advice on physical activity.
Conclusion: Our data provides further evidence of a "preaching to the converted" phenomenon according to which population groups with a healthy lifestyle and an attendant below-average morbidity risk are more likely to comply with preventive intervention measures than socially and health-deprived population groups.
Key words: Patient Compliance, Patient Noncompliance, Health Behavior, physical activity

 
 
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