Rückenschulen verfehlen HauptzielgruppenHeidelberger Studie belegt ineffiziente Nutzung von Vorbeugemaßnahme gegen "Rückenschul-Kurse werden kaum von Personen besucht, die davon profitieren könnten. Nutzer sind vor
allem Personen mit einem ohnehin geringen Risiko für Rückenschmerzen. Dies hat ein Forscherteam der Medizinischen
Fakultät Heidelberg erstmals in einer repräsentativen, bundesweiten Untersuchung mit über 6.000 Teilnehmern
festgestellt. So beginnt eine bundesweite Presseerklärung, welche unsere aktuellen Arbeiten zur Präventionsforschung beschreibt.
Zwei von drei Deutschen klagen innerhalb eines Jahres über Rückenschmerzen. Aber nur jeder sechste Deutsche
hat mindestens einmal in seinem Leben eine Rückenschule besucht. Typische Nutzer von Rückenschulen sind demnach
weibliche Teilzeitbeschäftigte oder Hausfrauen aus der Mittelschicht, die Sport treiben und sich gesund ernähren.
Typische Nichtnutzer sind Männer mit Vollzeitjobs und niedrigem Sozialstatus, die einen passiven, ungesunden Lebensstil
pflegen. Als psychische Barriere für Risikopersonen fungiert nach unseren Analysen möglicherweise die typische
Teilnehmerstruktur der Kurse (meist sportliche, jugendorientierte und mehrheitlich weibliche Teilnehmer). Zudem werden
die Kurse würden zudem häufig nachmittags angeboten, dann also, wenn die eigentliche Zielgruppe noch arbeitet. Schneider S, Hauf C, Schiltenwolf M (2005) Back Care Programs for Health Promotion. Representative User Profiles and Correlates of Participation in Germany. Prev Med 40: 227-238 Schneider S, Hauf C, Schiltenwolf M (2005) Nutzerstruktur und Korrelate der Teilnahme an Rückenschulen. Eine repräsentative Studie an der bundesdeutschen erwerbstätigen Bevölkerung. Soz Praventiv Med 50: 95-106 Schneider S, Schiltenwolf M (2005) „Preaching to the converted“ - Über- und Unterversorgung in der Schmerzprävention am Beispiel bundesdeutscher Rückenschulen. Schmerz 19: 477-488 ---- Informationen für englischsprachige Besucher: English Summary of the Study: --- Title: Deficits and Surpluses in preventative pain therapy in German back care programs Background: In response to the growing incidence of back pain, there is an increasing emphasis on individualized preventive
measures such as back care programs. The purpose of the present study was to investigate representative data for back
pain, participation rates of back care programs and their correlates in the German general population. Keywords: back pain, prevention, risk factors, patient participation, health promotion |
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