Aktuelle Projekte• Projekt „Tabakprävention: Rauchen in der Schwangerschaft“ Rauchen während der Schwangerschaft ist das bedeutsamste Gesundheitsrisiko für das Ungeborene. Um effiziente Präventions- und Interventionsangebote realisieren zu können, sind verlässliche Daten über Risikogruppen unerlässlich. Ziel dieser Studie ist es deswegen, erstmals für Deutschland die Rauchprävalenz unter Schwangeren zu ermitteln und soziale sowie verhaltens- und vorsorgespezifische Risikofaktoren zu identifizieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass Rauchprävalenz unter sozial schlechter gestellten, allein stehenden und unter 20-jährigen Schwangeren besonders hoch ist. Diese stellen wichtige Zielgruppen präventiver Maßnahmen dar. Schneider S, Maul H, Freerksen N, Pötschke-Langer M (2008) Who smokes during pregnancy? - Analysis of the „German Perinatal Quality Survey 2005“. Public Health 122:1210-1216 Der Gestationsdiabetes gehört zu den häufigsten endokrinen Stoffwechselerkrankungen, die in der Schwangerschaft auftreten. Eine weitere Adaptationsstörung des mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft ist die Präeklampsie. Sie stellt die vierthäufigste Ursache maternaler Todesfälle dar. Die geplante Studie widmet sich anhand der Daten der Deutschen Perinatalstatistik der Prävalenz von Gestationsdiabetes und Präeklampsie sowie deren Risikofaktoren. Es soll ein jüngst immer stärker moniertes Forschungsdefizit geschlossen werden, nämlich zur bis dato kaum beachteten Frage, ob Leistungssport eher schadet als nützt. Dabei wird erstmals für Deutschland untersucht, inwieweit sich Leistungssportler von einer altersgleichen Normpopulation von Freizeitsportlern bezüglich dieser gesundheitsrelevanten Protektiv- und Risikofaktoren unterscheiden. Untersucht werden der Gesundheitszustand, die Stressexposition und der Lebensstil (Copingverhalten, Konsum, soziale Netzwerke, Freizeitverhalten, familiale und extrafamiliale Supportstrukturen) von Nachwuchsleistungssportlern. Daraus sollen wichtige Empfehlungen zur Aufrechterhaltung und Optimierung der sportmedizinischen und psychosozialen Betreuung abgeleitet werden. Schneider S, Diehl K, Huy C, Schwarz S (2008) Optimising lifestyle interventions: Identification of health behaviour patterns by cluster analysis in a German 50+ survey, Eur J Public Health Der Konsum legaler und illegaler Drogen gehört – neben dem Ernährungs- und dem Bewegungsverhalten – zu den wichtigsten lebensstilbedingten Einflüssen auf die Gesundheit und die Lebenserwartung. In diesem Projekt wird erstmalig longitudinal und repräsentativ der mögliche Zusammenhang zwischen Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum untersucht. Dabei wird insbesondere die Bedeutung von vermeintlichen „Einstiegsdrogen“ analysiert. Eine Untersuchung solcher Mechanismen hat für Drogeninterventionsprogramme nachhaltige Bedeutung. Geographische Informationssysteme können gesundheitsrelevante Personen- und Wohnortinformationen miteinander verknüpfen und mittels Informationsschichtung visualisieren. Zusammen mit Geographen entwickeln wir die Einsatzmöglichkeiten Geographischer Informationssysteme (GIS) in der Public-Health-Forschung weiter: Im Rahmen der SToP-Study 2008 („Sources of TObacco for Pupils“-Study 2008) werden beispielsweise durch eine Vollerhebung sämtliche Tabakbezugsquellen (Außen- und Innenautomaten, Tabakläden, Kioske, Tankstellen usw.) in zwei Kölner Stadtteilen kartiert und unter Einsatz eines Geo-Informationssystems GIS analysiert. Dieses Vorgehen ermöglicht zum Beispiel eine Wirkungsanalyse der 2007 eingeführten kartenbasierten Alterskontrolle. Die Effektivität von Rückenschulen zur Schmerzenprävention ist umstritten. Diese Studie untersucht aus mehreren Perspektiven die Nutzerstruktur und Effektivität solcher Angebote. Erste Ergebnisse zeigen, dass bundesdeutsche Rückenschulangebote eine mangelhafte Effizienz, eine defizitäre Bedarfsgerechtigkeit und eine ungenügende Zielgruppenerreichung aufweisen. In Zusammenarbeit mit Orthopäden, Psychologen und Sozialmedizinern werden in diesem Projekt Hochrisikogruppen für berufsbedingten Rückenschmerz identifiziert. Neben konkreten Risikoberufen werden außerdem arbeitsplatzspezifische Risikofaktoren für akuten und chronifizierten Schmerz untersucht. Dabei werden auch Umgebungseinflüsse, Nacht- bzw. Schichtarbeit und lange Arbeitszeiten berücksichtigt. Um zu erklären, warum Bewohner bestimmter Stadtteile eher als Bewohner anderer Quartiere derselben Stadt erkranken oder sterben, reicht die Analyse klassischer Risikofaktoren oft nicht aus. In interdisziplinärer Zusammenarbeit untersuchen Medizinsoziologen, Sozialepidemiologen, Sozialmediziner und Geographen, inwiefern die soziale und bauliche Wohnumwelt die Gesundheit des Individuums zu beeinflussen vermag. Dazu werden komplexe, statistische Verfahren, wie hierarchische Modelle und Mehrebenenanalysen eingesetzt. Mit der „Sun Study“, Sunbed-Use: Needs for Action liegen erstmals deutsche Daten für die Prävalenz und Motivation von Solariennutzern vor. Sie bestätigt europäische Erfahrungen und verdeutlicht die Notwendigkeit für die weitere gezielte Aufklärung über Gesundheitsrisiken in Sonnenstudios, die sich stärker am Lebensstil der Betroffenen orientieren muss. In der Umfrage wurden Männer und Frauen zwischen 18 und 45 nach ihren Motivationen, ihrer Risikowahrnehmung bezüglich UV-Strahlung und Hautkrebs und dem Service in den Studios befragt. Als Motivation stehen Attraktivitätssteigerung mit 62 Prozent und Wohlbefinden mit 61 Prozent, gefolgt von Vorbräunen mit 46 Prozent im Vordergrund. Mehr als 90 Prozent der Nutzer wissen, dass jeder Sonnenbrand einen bleibenden Schaden in der Haut hinterlässt (90,2 Prozent), dass UV-Strahlung in Sonne und Solarien das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht (96,6 Prozent) und zu vorzeitiger Hautalterung führt (98,7 Prozent).
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